Die Watergate Affäre

Die Watergate Affäre

Bei der sogenannten Watergate-Affäre handelt es sich um eine Vielzahl gravierender Missbrauchsfälle von Regierungsangehörigen, die sich während der Amtszeit des republikanischen Präsidenten Richard Nixon zutrugen, der zwischen 1969 und 1974 amtierender Präsident der Vereinigten Staaten war. Benannt ist diese Affäre nach einem Gebäudekomplex in Washington, in dem sich Anfang der 70er Jahre das Hauptquartier der demokratischen Partei befand. Dort wurden in der Nacht zum 17. Juni 1972 fünf Personen verhaftet, welche versucht hatten, Wanzen im Gebäude zu platzieren und Dokumente zu fotografieren. Daraufhin ergaben Ermittlungen des FBI, dass der Auftraggebern des Einbruchs zu den engsten Mitarbeitern des Präsidenten gehörte. Nach der Wiederwahl Richard Nixons kam es dann zu einem wahren Schneeballeffekt, in dessen Verlauf etliche weitere Vergehen, die auf Anweisung des Weißen Hauses begangen wurden, ans Tageslicht kamen.

So kam es ab März 1973 zu einer ganzen Reihe von Enthüllungen, welche fortan die Medien dominierten und die Öffentlichkeit über die wahren Ausmaße der Amtsmissbräuche informierte, welche sich zulasten der Gegenkandidaten Richard Nixons zugetragen hatten. In der Folge wuchs dann der Druck auf den amtierenden Präsidenten, welcher zur vollständigen Aufklärung der Affäre beitragen sollte. Allerdings weigerte sich Nixon, mit der Justiz und mehreren Ausschüssen zu kooperieren. Dies führte, zusammen mit der Behinderung der Ermittlungsversuche, schließlich zu einem Amtsenthebungsverfahren durch das Repräsentantenhaus gegen Nixon. Dieser, bis heute einmalige Vorgang in der Geschichte der Vereinigten Staaten, endete schließlich am 09. August 1974 mit dem bislang einzigen Rücktritt eines amerikanischen Präsidenten.

Die Watergate-Affäre oft als ein Sieg der Pressefreiheit gesehen, da eine Reihe von Journalisten einen großen Anteil an der Aufklärung dieser Sache hatten, insbesondere die 1973 mit dem Pullitzer-Preis ausgezeichnete Washington Post mit den Reportern Bob Woodward und Carl Bernstein. Denn diese sahen in der Watergate-Affäre, bereits während des Präsidentschaftswahlkampfes 1972, eine politische Verschwörung. Diese Haltung basierte unter andrem auf den Hinweisen des Informanten Mark Felt, der bis im Juni 1973 als stellvertretender FBI-Direktor eingesetzt war und in dieser Funktion auch mit den Ermittlungsergebnissen der Watergate-Affäre vertraut war. Die weit verbreitete Behauptung, Bob Woodward und Carl Bernstein hätten die Watergate-Affäre aufgedeckt, ist aber weit überzogen, wenngleich diese stark hierzu beitrugen.

Heute kann man sagen, dass folgende Reportergenerationen stark von der Watergate-Affäre beeinflusst wurden, Hinweisen zu politischen und anderen Skandalen mit mehr Nachdruck nachzugehen. So werden dann auch immer mehr Affären aufgedeckt. Doch diese hat auch dazu geführt, dass der Presse seit der Watergate-Affäre oftmals eine gewisse Sensationslust und das Produzieren von Skandalen vorgeworfen wird.

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