Was bedeutet Whistleblowing ?

Was bedeutet Whistleblowing ?

Der Begriff Whistleblower bezeichnet eine Person, die geheime Informationen, welche die Öffentlichkeit betreffen, veröffentlicht. Dabei kann es sich um verschiedene Missstände, Verbrechen oder Gefahren handeln, über die der jeweilige Whistleblower, häufig durch seine Stellung oder Tätigkeit, Kenntnis erlangt. Zumeist handelt es sich bei derartigen Veröffentlichungen um solche von Behörden oder großen Unternehmen, welche diese Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten.

Genau aus diesem Grund genießen Whistleblower innerhalb der Gesellschaft ein äußerst hohes Ansehen, da sich diese zur Beschaffung von Informationen häufig einem nicht geringen Risiko unterziehen. So setzen diese Personen nicht selten ihre berufliche Karriere oder gar ihr eigenes Leben aufs Spiel, um bestimmte Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Dies sorgt allerdings für einen Zwiespalt, denn während Whistleblower von der Öffentlichkeit zumeist sehr geschätzt werden, haben die Behörden und Unternehmen nur selten Verständnis für die Veröffentlichung ihrer geheimen Dokumente. Wird ein Whistleblower doch einmal identifiziert, dann verlieren dieser häufig seine Anstellung oder kommt sogar vor Gericht.

In der Vergangenheit kam es nach der Veröffentlichung brisanter Informationen zu Themen wie Waffenhandel, Korruption oder organisierter Kriminalität unter anderem bereits zu Fällen, in denen ein Whistleblower ermordet wurde, Suizid beging oder auf andere Weise, in jungem Alter, ums Leben kam. Daher genießen Whistleblower, zumindest in einigen Ländern, auch einen ganz besonderen Schutz.

Das kommt vor allem auch daher, dass es sich bei den geleakten Informationen, welche die Whistleblower ans Licht bringen, häufig um sehr sensible Dinge handelt, die den Ruf einer Person oder eines Unternehmens schwer beschädigen können. So kam es bereits vor, dass Regierungsmitglieder oder sogar ganze Regierungen in der Folge derartiger Veröffentlichungen zurücktreten mussten.

Aus diesem Grund liegt es den Medien, Organisationen oder Personen, die solche Informationen ans Tageslicht bringen, in der Regel auch sehr am Herzen, den Wahrheitsgehalt von Informationen vor deren Veröffentlichung so gut es geht zu überprüfen. Denn somit können diese sich zumindest ein wenig vor den Vorwürfen schützen, die nach der Veröffentlichung von Fehlinformationen auf sie zurückfallen würden.

Dennoch gehören Whistleblower, trotz ihrer rechtlich fragwürdigen Methoden, zu den wenigen Quellen, die investigativen Journalisten zur Verfügung stehen, und ihnen bei der Aufdeckung von politischen oder wirtschaftlichen Affären zur Seite zu stehen. Denn anders kämen diese Journalisten wohl nur in den seltensten Fällen an geheime Informationen, welche das jeweilige Thema betreffen. So stellen Whistleblower, in erster Linie für Journalisten und die Öffentlichkeit, eine große Hilfe bei der Aufdeckung von Skandalen dar, welche uns ansonsten für immer verborgen bleiben würden.

Dabei gelten allerdings weltweit die verschiedensten Gesetze im Hinblick auf den Schutz solcher Whistleblower. Während der Europarat im April 2014 seinen Mitgliedsstaaten eine Empfehlung für den Schutz von Whistleblowern gab, droht diesen an anderen Orten auf der Welt sogar die Todesstrafe für das Veröffentlichen von brisanten politischen oder wirtschaftlichen Informationen.

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